Wie kann man die Qualität von Handwerkzeugen testen?

Wer beim Einkauf immer nur auf den Preis achtet, der zahlt meist deutlich mehr. Das trifft vor allem bei Produkten, wie Werkzeugen häufig deutlich zu. Eigentlich ist es auch erstaunlich, dass manche Käufer noch Qualität erwarten, wenn der Durchschnittpreis bei Werkzeugen nur 15 Cent beträgt. Da lohnt es sich in der Regel, das Budget für den Kaufpreis höher anzusetzen. Schließlich möchte man sich auch nicht regelmäßig immer wieder nach nur wenigen Monaten einen neuen Werkzeugkoffer kaufen. Ein billiger Preis für billige Ware führt meist nur zu zusätzlichen Kosten und Ärgernissen.

Handelt es sich um ordentliche Werkzeuge, dann sind sie in der Regel mit entsprechenden Prüfzeichen markiert. Bei billigen Werkzeugen sind meist keine Herstellermarken oder auch DIN-Nummern zu entdecken. Daher empfiehlt es sich immer, beim Kauf auf diese Zeichen zu achten, wenn man nicht von der Qualität überrascht werden will.

Überprüfen von Handwerkzeugen

Natürlich kann man ein Werkzeug nur im Labor richtig gründlich überprüfen, aber auch zuhause, wenn die Bestellung geliefert wurde, oder im Geschäft, kann man einiges entdecken, wenn man sich die Werkzeuge genau ansieht und sie auch in die Hand nimmt.

Der erste Eindruck ist, wie das Werkzeug in der Hand liegt. Dies ist sehr wichtig, wenn man damit ordentlich arbeiten möchte, ohne dass die Arbeit zu strapaziös wird, da das Werkzeug schlecht gestaltet wurde. Werkzeuge, wie Zangen, Hammer, Schraubendreher und ähnliches sollten daher auch immer mit speziellen ergonomischen Griffen ausgestattet sein. Das Material ist dabei nicht ganz so wichtig. Es können daher auch Kunststoffgriffe sein. Außerdem ist auf scharfe Kanten zu achten, die vor allem bei billigem Werkzeug häufig an den Griffen oder auch an anderen Stellen zu finden sind.

Gibt es in einem Sortiment nicht nur ein Werkzeug, das minderwertig verarbeitet ist, lässt dies darauf schließen, dass auch der Rest des Sortiments Mängel aufweist. Um Stichproben zu machen, sind vor allem die Werkzeuge gut geeignet, die im Folgenden näher beschrieben werden.

Der Schlosserhammer

Bei dem Schlosserhammer handelt es sich sicherlich um eines der ältesten und auch besonders universellen Werkzeuge. Auch hier können Mängel festgestellt werden, denn die Unterschiede in der Qualität können sehr hoch sein.

  1. Die Oberfläche des Hammerkopfs sollte glatt und gut verarbeitet sein. Das Gewicht des Hammerkopfes sollte eingestanzt worden sein, wenn es ich hier um eine gute Qualität handeln sollte.
  2. Der Hammerstiel darf nicht wackeln. Oft ist er aus Holz gefertigt.
  3. Das Holz sollte einen in Längsrichtung parallelen Faserverlauf zeigen.
  4. Zumindest das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit sollte zu sehen sein.
  5. Der Hammergriff sollte lackiert, also farblich abgesetzt sein, oder noch besser eine ordentliche Kunststoffummantlung haben.
  6. Die Befestigung des Hammerstiels ist deutlich sichtbar über eine Schraube oder einen Keil gestaltet.
  7. Es sollte nichts scharfkantig sein. Die Pinne, also die schmale Seite vom Kopf, sollte sorgfältig abgerundet sein.

Entspricht der Hammer diesen Punkten, dann zeigt dies eine gute Qualität. Vor allem die Verbindung des Hammerkopfes am Stiel sollte intensiv überprüft werden.

Der Schraubendreher

Um den Schraubendreher zu testen, sollten Sie ihn einfach mal benutzen, denn dann zeigen sich schnell Defizite im Umgang und der Anwendung. Bei einer guten Qualität liegt dieses Werkzeug gut in der Hand und rutscht nicht. Auch bei Kraftaufwand sollte es immer noch gut und angenehm im Handling sein. Dazu sollte auch der Griff gut in der Hand liegen, um einen optimalen Grip zu ermöglichen. Wichtig sind auch die folgenden Punkte.

  1. Bei sehr guten Schraubendrehern sind die Spitzen aus gehärtetem Metall und nicht verchromt. Dies führt zu hoher Passgenauigkeit. Besonders gut ist außerdem, wenn die Spitzen magnetisch sind.
  2. Der Griffkörper sollte ergonomisch geformt sein. Sind Konturen am Griffballen eingearbeitet, dann sorgen sie für zusätzlichen guten Grip sowie Stabilität bei besonders hoher Krafteinwirkung.
  3. Praktisch ist es, um Schrauben zu versenken, wenn die Schäfte im Vergleich zu den Klingen etwas dünner sind.

Zum Praxistest nehmen Sie einfach eine Schraube und ein Holzbrett. Dann versuchen Sie, die Schraube möglichst schnell einzudrehen. Dabei muss die Spitze genau zum Schraubenkopf passen und sie darf sich auch nicht bewegen. Achten Sie auch darauf, ob Sie danach Schmerzen in der Hand haben. Bei gutem Werkzeug sollte dies nicht der Fall sein.

Oft passiert es, dass der Schraubendreher auch mal als Hebel genutzt wird. Bei guter Qualität darf sich dabei nicht der Schaft verbiegen.

Der Maulschlüssel

Um zu testen, wie gut die Qualität von guten Maulschlüsseln oder auch Maul-Ringschlüsseln ist, muss man nur auf die Passgenauigkeit der Mäuler achten.

  1. Die Passgenauigkeit kann man am besten in der Praxis testen. Dabei darf es bei den passenden Schrauben keine Toleranzen geben, wenn es sich um ein qualitätsvolles Werkzeug handelt.
  2. Achten Sie darauf, dass die Backen des Maulschlüssels genau parallel zueinander laufen. Zum Test kann man eine Schraube in das Maul legen und dann das Werkzeug gegen das Licht halten. Bei guter Qualität ist dabei kein Spalt zu erkennen.
  3. Ein gutes Kennzeichen für eine gute Verarbeitung ist, wenn das Mittelstück gratfrei ist. Auf keinen Fall sollte hier die Beschichtung abblättern oder scharfe Kanten erkennbar sein.

Für die Langlebigkeit von Werkzeugen ist eine gute Legierung wichtig. Gibt es hier Mängel, zeigen sich diese bald an den Verformungen der Backen. Kann man einen Maulschlüssel sogar schon mit einem Schraubstock und etwas Kraft verformen, dann zeigt sich hier eine sehr schlechte Qualität.

Zangen in allen Varianten: Rohrzangen, Kneifzangen, Kombizangen, und Seitenschneider

Hierbei ist darauf zu achten, dass das Zangenmaul bei allen Varianten immer genau aufeinander passen sollte. Ist dies der Fall, dann lässt dies schon mal auf eine gute Verarbeitung schließen. Meist ist dies auch schon mit bloßem Auge gut zu erkennen. Bei den Gelenken der Zangen ist darauf zu achten, dass sie sich leicht öffnen und auch gleichmäßig wieder schließen lassen, ohne dass etwas quietscht oder auch ruckelt.

  1. Zum Test eines Seitenschneiders oder auch von anderen Zangen, die eine Schneidefunktion haben, braucht man nur ein Stück Papier. Lässt sich damit das Papier gut und sauber durchtrennen, dann spricht dies schon mal für ein präzises Werkzeug. Da aber nicht nur Papier geschnitten werden muss, sollten Sie das Werkzeug auch noch an einem Kabel oder einer Schraube testen. Gelingt dies und sind danach keine Verformungen an den Klingen zu sehen, dann scheint die Qualität zu stimmen.
  2. Handelt es sich um eine minderwertige Wasserpumpenzange, dann lässt sich dies meist am fehlenden Klemmschutz erkennen. Prüfen Sie dazu die verschiedenen Einstellungen der Griffe der Zange, wodurch sich auch entsprechend der Abstand der Backen ändert. In allen Positionen sollten auch die Griffe ausreichend Abstand zueinander haben, da Sie sich sonst die Finger quetschen können.
  3. In der Kombizange werden Flachzange und Seitenschneider vereint. Zusätzlich zur Sichtprüfung der Verarbeitung wird hier die Kneiffunktion überprüft. Dazu braucht man einen 1-1,5 mm dicken Draht, der sauber und einfach durchtrennt werden sollte, ohne dass sich danach an den Klingen Verformungen zeigen.

Auch ein Blick auf die Zangengriffe ist zu empfehlen. Diese sollten gut und sicher mit Kunststoffgriffen ausgestattet sein, die sicher verklebt sein sollten. Positiv ist hier auch eine zu erkennende Herstellermarke.

Sets mit Steckschlüssel sowie Umschaltknarren

Steckschlüssel-Sets gibt es in vielen Koffern und Werkzeugsätzen. Vor allem bei der Montage werden sie benötigt und sind daher unverzichtbar, wenn man an Motorrädern oder Autos arbeiten möchte, da es dort häufig darauf ankommt, dass hohe Drehmomente übertragen werden können.

Wenn man sich die angebotenen Sets ansieht, stellt man schnell fest, dass die Zusammenstellung häufig sehr gut durchdacht und sinnvoll ist. Aber es kommt vor allem auf die Qualität an, wenn man regelmäßig damit arbeiten möchte.

  1. Bereits auf den ersten Blick sollte die Verarbeitung der Werkzeuge überzeugen.
  2. Positiv ist eine Information zur Legierung, die Chrom-Vanadium sein sollte.
  3. Die Griffe sollten ergonomisch gestaltet sein, um sicher und auch ermüdungsfrei zu arbeiten.
  4. Sinnvoll sind enthaltene Verlängerungen, am besten mit Schwenksystem, sowie Drehgelenke, damit man auch bei komplizierten Situationen gut arbeiten kann.
  5. Alle üblichen und gängigen Einsätze von min. 4-19 mm sollten dabei sein und möglichst auch ein Satz unterschiedlicher Schraubbits.
  6. Positiv wäre ein Umschalthebel zur Einhandbedienung sowie eine Vierregelungsmechanik der Knarre für die aufgesteckten Werkzeuge.
  7. Immer sollte der Verwendungszweck klar sein und anhand der Angaben zur Belastung überprüft werden.

Gute Qualität hat ihren Preis. Besonders auch bei Werkzeugen sollte man sich nicht immer nur für das billigste Modell entscheiden. Schnell kann es sonst dazu kommen, dass man schon bald das nächste Werkzeug kaufen muss.

Fazit

Auch ohne Labor lässt sich feststellen, welcher Qualität Handwerkzeuge zumindest groß entsprechen. Für eine Kaufentscheidung ist dies schon ausreichend.

Empfehlenswert ist es immer, auf entsprechende Gütezeichen auf den Werkzeugen zu achten. Darüber kann man sich auch vor dem Kauf informieren. Auch die Marken sind ein wichtiger Hinweis. Bei Handelsmarken ist dabei zusätzlich auf die Qualitätsstufe zu schauen, da oft die Werkzeuge in verschiedenen Preiskategorien verkauft werden.


 


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